Jede Geschichte hat einen Anfang, der sich erst im Rückblick wie ein Anfang anfühlt. Bei mir war es eine Mischung aus alter Musik, einem Degen in der Hand und einem einzigen Wochenende, das alles ins Rollen gebracht hat.
Der Anfang: Musik, die man nicht nur hört
Angefangen hat alles mit der Liebe zu alter Musik. Nicht als Hintergrundgeräusch, sondern als etwas, das ich verstehen wollte – warum ein Stück aus dem 17. Jahrhundert so klingt, wie es klingt, welche Bewegung, welcher Raum, welche Gesellschaft dahintersteckt. Musik aus vergangenen Jahrhunderten hat eine Art, einen in eine andere Zeit zu ziehen, die mich nie wieder losgelassen hat.
Aus der Musik wurde der Tanz. Denn viele dieser Stücke waren nie zum stillen Zuhören gedacht – sie waren zum Bewegen gemacht. Wer die Musik wirklich verstehen wollte, musste irgendwann auch die Schritte dazu lernen. So begann meine Beschäftigung mit historischem Tanz: erst als Ergänzung zur Musik, dann als eigene, tiefe Leidenschaft.
Ein zweiter Faden: Das historische Fechten
Parallel dazu fand ich zum historischen Fechten. Auf den ersten Blick ein anderes Feld – und doch, wie sich bald zeigte, ein enger Verwandter des Tanzes. Beide leben von Haltung, von Timing, vom Gespür für den richtigen Moment. Beide sind Bewegungssprachen einer vergangenen Zeit, die man nicht einfach nachahmen kann, sondern die man verstehen muss, um sie glaubwürdig zu bewegen. Diese zwei Leidenschaften – Tanz und Fechtkunst – liefen lange nebeneinander her, ohne dass ich ahnte, wie sehr sie sich einmal verbinden würden.
Der Moment, der alles verändert hat
Die eigentliche Initialzündung kam bei einer Fortbildung auf einem historischen Tanzsymposium. Ein Wochenende unter Menschen, die dieselbe, oft belächelte Leidenschaft teilten – die sich genauso für die Frage begeisterten, wie sich ein Schritt vor 300 Jahren wirklich angefühlt haben muss, welche Quelle welche Frage beantwortet, wie viel Forschung in einer einzigen Figur steckt.
Dort wurde aus einem privaten Interesse eine Idee: Was, wenn man das teilt? Nicht nur mit einer kleinen, bereits eingeweihten Szene, sondern mit Menschen, die historischen Tanz noch gar nicht kennen – die vielleicht nur eine Ballszene aus einem Kostümfilm gesehen haben und nicht wissen, dass sich dahinter eine ganze, lebendige, erlernbare Welt verbirgt.
Ab diesem Moment ging plötzlich alles sehr schnell. Aus der Idee wurde ein Konzept, aus dem Konzept eine Website, aus der Website erste Kurse. Musik, Tanz und Fechtkunst, jahrelang parallel gewachsen, liefen plötzlich in einem Projekt zusammen – und Academia da Galanteria war geboren.
Wo die Reise hingeht
Das hier ist erst der Anfang. Die Vision reicht deutlich weiter als der erste Kurs: Es sollen mehr Kurse werden, mehr Orte, mehr Epochen – und mit der Zeit ein ganzes Ökosystem rund um historischen Tanz, das jedem offensteht, unabhängig von Vorwissen.
Was dich in diesem Journal erwartet
Dieses Journal ist der Ort, an dem ich das alles mit euch teile – nicht nur Ankündigungen, sondern echte Einblicke:
- Beiträge rund um historischen Tanz und meine ganz persönliche Perspektive darauf – was mich an einer Quelle überrascht hat, welche Fragen offenbleiben, welche Antworten sich finden lassen
- Übersetzungen historischer Quellen – Originaltexte, die sonst nur schwer zugänglich sind, verständlich aufbereitet
- Einblicke in Veranstaltungen und Workshops – was in den Kursen passiert, wie Bälle entstehen, was hinter den Kulissen läuft
- Projekte und Forschungsarbeiten – die Arbeit, die man auf einem fertigen Kurs nicht sieht, aber die ihn trägt
Und was noch kommt
Perspektivisch soll daraus noch mehr werden: ein eigenes Buch, ein Shop mit Materialien zum Nachtanzen und Nachlesen. Wie genau ich das am geschicktesten angehe – zeitlich, inhaltlich, in welcher Reihenfolge – überlege ich mir gerade noch. Genauso wird in nächster Zeit mehr Leben in Instagram und YouTube einziehen, vielleicht auch auf Patreon – auch das ist noch im Werden, aber es kommt.
Ich freue mich, wenn ihr diesen Weg mitverfolgt – vom ersten Kurs in einer Turnhalle bis zu allem, was noch daraus wachsen wird.

